Hanak, Anton: Brief an Carl Moll. o.O., 25.11.1930
Herrn Professor Carl Moll akd. Maler etc. etc.
in Wien XIX.
Lieber und hochgeehrter Herr Professor!
Ich bin über Ihren Brief vom 25.XI.1930
sehr überrascht und beeile mich den=
selben sofort zu beantworten. Umso=
mehr als ich unter der jetzigen kritischen
Situation der Mahler Denkmal ange=
legenheit sehr leide. Was sich jetzt ab=
spielt klingt fasst nach einer geheimen
Wühlarbeit die sich zur Aufgabe gemacht
hat die Aufstellung des Denkmals überhaupt
zu verhindern - . Ich selbst bin der Ansicht
dass jetzt Alle zusammenwirken müssen
wen das Denkmal zu Stande kommen soll.
Ob aber nicht ich selbst ein Hinderniss
bin - beschäftigt mich sehr und warte ich
nur die endgiltige Entscheidung über das jetzige
Projekt an der Schwarzenberg mauer ab.
Dan will ich zurücktreten - wie damals
als das unheilvolle Missverständniss seinen
Höhepunkt erreicht hat.
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Ihre Vorschläge betreffs einer „Plastik”
die dem „Leid von der Erde - ewig -ewig”
nahe kommt halte ich für glücklich
und plastisch durchführbar - doch möchte
ich selbst vom Herzen gerne dass - falls
eine ,,neue Denkmallösung" nötig ist
ich nicht mehr zur Mitarbeit herange=
zogen werde.
Ich habe es übernommen eine grössere
Plastik für die Neubauten der
Stadt Wien zu lösen und vielleicht
sogar in Stein durchzuführen.
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