Stehengeblieben bin ich ~ nach allen Sei=
ten mich gedreht, der Schwindel hat mich
erfasst und zu Boden geworfen ~. Dan war
es lange stille, dan wusste ich nichts mehr
von dieser Welt. Dass ich vergehen soll war
mir immer eine harte Bestimmung, ich woll=
te nur leben um zu arbeiten, nur leben da=
mit das Werk Gottes weiterkomme. Ihr habt
mich gequält als hätte ich die irdischen Freu=
den erstrebt, als hätte ich Eueren Reichthum
bedroht. Nicht glauben wolltet ihr mir, nicht
rein mein Werk sehen, ihr habt gesucht nur
ob ich Fehlerlos. Meine Schwächen habt ih
ihr herausgefunden, habt sie als Waffen gegen
mich erhoben, meine Schmerzen habt ihr ge=
nährt um mich nieder zu ringen. Mitten im
Wege da die Sonne mir geschienen bin ich zu
sammen gebrochen, mitten in der Arbeit
die mich so hoch erhoben. Aus den Händen
sind mir die Werkzeuge geglitten die mir die
Boten des Himmels gebracht, nichts ist
mir geblieben als die Nacht. Ihr musste ich
mich ergeben~ um ihre Gunst zittern, in I
ihre Gnade meine Zukunft legen. Und sie hat
mich gnädig bewahrt, hat meine Glieder
gestärkt hat mich hoffen lassen. Sie woll=
te sich nicht rächen. Nicht mein Leben er=
sticken, sie blieb bei mir und wachte dass ich
nicht verzweifle. Sie lieh mir ihre schönsten
Träume, liess das neue Leben mir erscheinen
sie lehrte mich dem anderen Willen sich b
beugen. In ihren Armen bin ich wieder ganz
erwacht gleichsam neu geboren worden
Sie hällt mich noch immer und wartet neben
mir bis mein Morgen kommt und die Sonne
scheint.
Winkelsdorf 14. September 1918AH~~
Landhaus Primavesi.
ten mich gedreht, der Schwindel hat mich
erfasst und zu Boden geworfen ~. Dan war
es lange stille, dan wusste ich nichts mehr
von dieser Welt. Dass ich vergehen soll war
mir immer eine harte Bestimmung, ich woll=
te nur leben um zu arbeiten, nur leben da=
mit das Werk Gottes weiterkomme. Ihr habt
mich gequält als hätte ich die irdischen Freu=
den erstrebt, als hätte ich Eueren Reichthum
bedroht. Nicht glauben wolltet ihr mir, nicht
rein mein Werk sehen, ihr habt gesucht nur
ob ich Fehlerlos. Meine Schwächen habt ih
ihr herausgefunden, habt sie als Waffen gegen
mich erhoben, meine Schmerzen habt ihr ge=
nährt um mich nieder zu ringen. Mitten im
Wege da die Sonne mir geschienen bin ich zu
sammen gebrochen, mitten in der Arbeit
die mich so hoch erhoben. Aus den Händen
sind mir die Werkzeuge geglitten die mir die
Boten des Himmels gebracht, nichts ist
mir geblieben als die Nacht. Ihr musste ich
mich ergeben
ihre Gnade meine Zukunft legen. Und sie hat
mich gnädig bewahrt, hat meine Glieder
gestärkt
te sich nicht rächen. Nicht mein Leben er=
sticken, sie blieb bei mir und wachte dass ich
nicht verzweifle. Sie lieh mir ihre schönsten
Träume, liess das neue Leben mir erscheinen
sie lehrte mich dem anderen Willen sich b
beugen. In ihren Armen bin ich wieder ganz
erwacht
Sie hällt mich noch immer und wartet neben
mir bis mein Morgen kommt und die Sonne
scheint.
Winkelsdorf 14. September 1918
Landhaus Primavesi.