Wird bald der letzte Kampf kommen
wird sich mein Dasein entscheiden ~?
Noch fühle ich nicht das Sammeln der
Kräfte, noch ahne ich nicht den Ang
griff. Wan soll es werden, wer wird der
letzte Angreifer sein? Ob die alten Wun=
den Alle geheilt, ob der Arm auch
den Schild sich gesichert, nichts nehme
ich wahr und bin so schwankend im Ur=
theil. Wird mich das Schicksal entgegen=
treiben oder wird mich der Krieg über=
raschen? Das Herz wird wohl nicht mehr
kämpfen können, auch nicht der Wille;
und der Leib, wird sich kaum aufrecht
halten. Die Beine sind längst nicht den
harten Boden mehr sicher, die Stürme
haben mich aus den Felsen vertrieben
und die Erde ist weich und mild und thut
uns so wohl wen wir uns schonen wollen.
So fürchte ich den Ausgang, und kann
nicht die Kraft aufbringen mich auf
meinem Felsen aufzurichten und den
Kampf erwarten. Zu weit bin ich von je=
ner Stätte abgeirrt, habe dem Ich zu
viel Ohr geliehen. Was soll Ich wen ich
die Wohlthat fühle, ehe sie mir verliehen
ward? So soll der Morgen bald kommen,
soll mich erleben lassen was mir Bestim=
mung ist.
AH
Winkelsdorf 10. September 1919
wird sich mein Dasein entscheiden ~?
Noch fühle ich nicht das Sammeln der
Kräfte, noch ahne ich nicht den Ang
griff. Wan soll es werden, wer wird der
letzte Angreifer sein? Ob die alten Wun=
den Alle geheilt, ob der Arm auch
den Schild sich gesichert, nichts nehme
ich wahr und bin so schwankend im Ur=
theil. Wird mich das Schicksal entgegen=
treiben oder wird mich der Krieg über=
raschen? Das Herz wird wohl nicht mehr
kämpfen können, auch nicht der Wille;
und der Leib, wird sich kaum aufrecht
halten. Die Beine sind längst nicht den
harten Boden mehr sicher, die Stürme
haben mich aus den Felsen vertrieben
und die Erde ist weich und mild und thut
uns so wohl wen wir uns schonen wollen.
So fürchte ich den Ausgang, und kann
nicht die Kraft aufbringen mich auf
meinem Felsen aufzurichten und den
Kampf erwarten. Zu weit bin ich von je=
ner Stätte abgeirrt, habe dem Ich zu
viel Ohr geliehen. Was soll Ich wen ich
die Wohlthat fühle, ehe sie mir verliehen
ward? So soll der Morgen bald kommen,
soll mich erleben lassen was mir Bestim=
mung ist.
Winkelsdorf 10. September 1919