Haus, Anton von: Brief an Lucia von Fries-Skene. Pola, 5.8.1916
Tage vergehen, ohne daß ich
eine Stunde freie Zeit erübri=
ge! Und erst nach einem Mo=
nat soll ich Ihnen schreiben dür=
fen, wie mir eines Ihrer Lieb=
lingswerke gefallen! Da
sind Sie ja wieder selbst da,
wie ich innig hoffe.
Ich lege traurig das Büchlein
weg u. nehme Ihren schönen
Brief in die Hand. Der inter=
essiert mich u. gefällt mir
ganz anders, als das Gedruck=
te, macht schon rein äußer=
lich einen starken Eindruck,
als hätte ich noch nie Gleiches
gesehen. Schade, daß ich nicht
Graphologie studiert habe.
So mache ich mich mit meinem
Laienverstand daran, aus
Ihrer Art zu schreiben, soviel
als möglich von Ihrer mich so
lebhaft fesselnden Persönlichkeit