Haus, Anton von: Brief an Lucia von Fries-Skene. Pola, 5.8.1916
des Geistes (der Seele?-), Na=
türlichkeit ohne Affektation.
Kaprizen u. Eitelkeit (soweit
dies für eine Frau, wie Sie, mög=
lich, gut u. recht ist); u. schließlich
eine zarte, flinke, sichere Hand,
die nichts vom Schreibkrampf
weiß, wie leider meine.
Alles dieses sagen mir Ihre
Schriftzüge allein, denn aus
unseren leider viel zu kur=
zen Gesprächen konnte ich nur
ganz andere Dinge, vor al=
lem den Reichtum u. die Rich=
tung Ihres Geistes erkennen.
Wie Sie über diese meine er=
ste Diagnose denken, werde
ich wohl nie erfahren. An
meiner Aufrichtigkeit dür=
fen Sie nicht Anstoß nehmen;
denn wenn sie schon aus mir
einen hero machen, müssen Sie
auch die einzige Eigenschaft, die
ich von allen Carlyle'schen Hel=
deneigenschaften zu besitzen
mir bewußt bin, die sincerity,