Haus, Anton von: Brief an Lucia von Fries-Skene. Pola, 19.12.1916 - 23.12.1916
Sie damals mitnahmen! Mein Herz,
weiß Gott wo eingepackt, ging auch
schon damals mit, auf immer!
Ich fragte: „Kann man das nicht ver=
größern? Das möchte ich gerne ha=
ben.” - Ja, ja! - Noch nie hatte ich um et=
was gebeten. Aber um einen solchen
Schatz wäre ich, glaub' ich, niederge=
kniet.
Da reichte mir schon R. den Apparat
wieder. Das andere Bild. Die liebe
Lilienhand drückt meine! Ihre un=
sichtbaren Augen senken sich, das
fühlte ich, warm in meine hinein.
Ach Ihre edle Haltung! Kann etwas
vollkommener, harmonischer sein?
Kann ein Kleid schöner an einer
schönen Gestalt hinunterfließen?
Jede Falte ist stolz auf sie, die Lieb=
liche, Herrliche, Süße, Bezwingende,
Holdselige, Goldene, Einzige Liebe!
Sehen Sie nicht, daß ich Ihre Hand gar
nicht mehr loslasse? Wie kann ich auch?
Die liebe, warme, kräftige, zarte Lilien=
hand, die herzige, winzige Blüte des Wunderarmes!