Haus, Anton von: Brief an Lucia von Fries-Skene. Pola, 19.12.1916 - 23.12.1916
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den Ohren u. meine Worte schwebten
mir noch auf den Lippen, als ich erwach=
te. Was mögen wir vorher gesprochen
haben? Wie lange saßen wir da am
Strande? Von wo waren wir hinge=
kommen? Kindische Fragen! Wie lan=
ge u. wie intensiv die Empfindung
von dem, was ich im Traum gesehen,
gehört, gefühlt, in mir lebendig blieb!
Länger u. intensiver, als wenn ich
es wirklich erlebt hätte. Nichts schien mir
auf der Welt so gewiß, unbezweifel=
bar, wie die innere Wahrheit von
dem im Traum Erlebten.
Zwei Tage vergingen, dann erhielt
ich die Bilder von L. Als ich ihm dankte,
wies er auf R., der sie aus den ganz
kleinen Aufnahmen vergrößert hat=
te. Als Vergrößerungen sind sie na=
türlich weniger scharf u. deutlich; aber
in meinen Augen sind sie das Schön=
ste, was ich habe. Hundertmal sehe ich
Sie täglich an, mit u. ohne Lupe; mein
letzter Blick vor dem Abdrehen des
Lichtes ruht lange auf Ihnen, dann
klappt das Buch v. Türk über Ihnen zu.