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21.XII. Sie wünschen meine Meinung über das
Buch von Türk: „Der geniale Mensch” zu
hören; ich möge aber bei meiner Kritik
sehr bescheiden u. vorsichtig sein, d. h. Ihnen
nicht schroff widersprechen, wenn Sie
an mir so manches erkennen, was
nach Türk den genialen Menschen aus=
macht. Um Ihnen, liebe gütige Freundin,
eine Freude zu machen, will ich jetzt
meine Gewohnheit ganz ablegen, die
darin besteht, jedes Lob meiner Person
mit scharfer u. ironischer Selbstkritik
abzulehnen. Ich will für Sie meine Be=
scheidenheit ganz ablegen u. vollkom=
men nach meiner Überzeugung über
mich selbst urteilen.
Türk folgt dem Schopenhauer, indem er
Objektivität für das wesentlichste Merk=
mal, wenn nicht gar für das Um u. Auf
von Genialität erklärt.
Nun halte ich mich allerdings für ob=
jektiver als alle Menschen, die ich ken=
ne. Zu letzteren zähle ich z. B. Ihren
Gemahl durchaus nicht, d. h. ich kenne
ihn zu wenig, habe die Grenzen sei=
ner Obj. nicht zu erkennen Gelegenheit
gehabt, d. h. nie eine Unobj. bei ihm
21.XII. Sie wünschen meine Meinung über das
Buch von Türk: „Der geniale Mensch” zu
hören; ich möge aber bei meiner Kritik
sehr bescheiden u. vorsichtig sein, d. h. Ihnen
nicht schroff widersprechen, wenn Sie
an mir so manches erkennen, was
nach Türk den genialen Menschen aus=
macht. Um Ihnen, liebe gütige Freundin,
eine Freude zu machen, will ich jetzt
meine Gewohnheit ganz ablegen, die
darin besteht, jedes Lob meiner Person
mit scharfer u. ironischer Selbstkritik
abzulehnen. Ich will für Sie meine Be=
scheidenheit ganz ablegen u. vollkom=
men nach meiner Überzeugung über
mich selbst urteilen.
Türk folgt dem Schopenhauer, indem er
Objektivität für das wesentlichste Merk=
mal, wenn nicht gar für das Um u. Auf
von Genialität erklärt.
Nun halte ich mich allerdings für ob=
jektiver als alle Menschen, die ich ken=
ne. Zu letzteren zähle ich z. B. Ihren
Gemahl durchaus nicht, d. h. ich kenne
ihn zu wenig, habe die Grenzen sei=
ner Obj. nicht zu erkennen Gelegenheit
gehabt, d. h. nie eine Unobj. bei ihm