Hauser, Otto: Brief an Anton Bettelheim. Wien, 5.8.1915
Wien, den 5. August
1915.
Hochverehrter Herr Doktor!
Beiliegend eine kleine Apologie Spinozas.
Ich habe unterdessen eine ganze Reihe von
kleinen und größeren Erzählungen geschrieben
und zwei davon untergebracht, zu im Ganzen
490 Mk. Leider aber bleibt ein bestimmt
erwartetes Honorar von 500 Mk. aus. Das
trifft mich schwer. Ich habe dieser Tage an
Herrn Dr. Bettelheim geschrieben, vielleicht kann
er mir auch in diesem Jahr einen Beitrag von
der Weimarer Schillerstiftung verschaffen.
Alle andern Bemühungen blieben vergeblich.
Mitte dieses Monats will ich zu Frau Stona,
die sich sehr für mich eingesetzt hat, nach
Strzebowitz gehn und dort ein paar Wochen
bleiben. Vielleicht ergiebt sich im Herbst etwas
für mich. Frau Stona riet mir, nach Berlin zu