Hawel, Rudolf: Brief an Moritz Necker. Wien, 3.1.1915
dann die Aufsätze lesen.
Mit dem Kriege hat jetzt wohl jedermann sein Kreuz,
selbst wenn keiner unserer nächsten Lieben im Felde
steht. Es ist als ob eine nebelgraue Wolke auf
allem liegen würde, die keinen lichten Sonnenstrahl
zu uns gelangen läßt. Und wie lange das noch
dauern wird - es ist kein Absehen!
Ich hoffe, daß Du bei meinem Besuche schon
halbwegs gut beisammen bist. Ich freue mich auf
Dich und es ist mir ganz gleichgiltig, in welcher
Farbe Du mir erscheinen wirst.
Mit herzlichem Gruße von Haus zu Haus
Dein getreuer
R. Hawel