Holz, Arno: Brief an den Avalun Verlag. Berlin, 15.4.1921
Berlin W. 30, Stübbenstr: 5. 15. IV. 21.
Avalun=Verlag, Wien.
Ihr hartnäckiges Daranfesthalten, als wäre ich es gewesen, der sich
in unserem Falle eines Vertragsbruches schuldig gemacht hat, macht auf
mich stark den Eindruck einer Psychose. Und es ist mir eine Genugtuung,
mich in dieser meiner Auffassung von Ihnen und Ihrem Verhalten, das
mir sonst menschlich sowohl wie geschäftlich unerklärlich wäre, mit
Herrn Arthur Rößler, wie es scheint, ziemlich eins zu wissen.
Bereits unterm 15. XII. 20 hatte ich diesem geschrieben:
„Sie übersehn in Ihren Ausführungen vom 8. d. M. absolut den be=
rühmten „springenden Punkt”, auf den ich eingangs meines Ihnen zur
freundlichen Bekannt= und Weitergabe mitgeteilten Schreibens an Herrn
Julius Brüll, datiert vom 24. XI., mit aller, wie mir schien, ge=
nügenden Klarheit und Deutlichkeit verwiesen hatte, und gelangen
damit natürlich zu Schlüssen, die sich zu meinem Bedauern mit dem,
ich wiederhole, mehr als eigenmächtigen und selbstherrlichen Vorgehn
des Avalun=Verlags gegen mich, dokumentär niedergelegt in
dessen Schreiben an mich vom 18. XI., nach jeder Richtung und bis in
die letzten Beziehungen hinein vollkommen decken.
Dieser „springende Punkt” - nochmals - bestand und besteht darin:
Nie ist von Seiten des Avalun=Verlags vor dessen Telegramm=
Wechsel mit mir, datiert vom 4. und 9. XI., auch nur mit der
leisesten Andeutung der geringste Wunsch mir gegenüber zum
Ausdruck gebracht worden, geschweige denn gar die alles übrige
überhaupt erst ermöglichende und voraussetzende Bedingung, ich
möchte, respektive müßte die für ihn durch Sie angeregte Pu=
blikation so fassen, daß sie sich nicht als Wiederabdruck jener
von mir bereits früher einmal in der „Zeitschrift für Bücherfreunde”