11.II.20.
Verehrter Herr Roeßler!
Die unseligen Postverhältnisse zwischen Berlin und Wien, die für jedes
einzelne Hin und Her mindestens 14 Tagen verschlingen, zwingen mich, Sie
zu bitten, Ihre Münchener und Stuttgarter „unternehmungsmutigen Männer”,
die für „verheißungsvolle und kulturell bedeutsame Gründungen” selber in=
teressiert zu werden wünschten, freundlichst zu veranlassen, möglichst schleunigst
direkt mit mir in Verkehr zu treten, da jeder Tag mir von äußerstem Wert
ist. Ja, von solchem Wert sein muß der heutigen scheußlichen Zeitumstände
wegen. Nicht wahr, Sie sind so gütig, mir diese Bitte zu erfüllen?
Den Text des „Trio Erotikons” habe ich natürlich einstweilen liegen lassen müssen
und darf an seine Vollendung erst denken, nachdem meine Seele durch die erfolgte,
sagen wir Verlagsgründung erst „frei” geworden ist. Herr E.W. Tieffenbach
schrieb mir unterm 28. I., daß er trotz großer Ueberbürdung zum Druck
eines solchen Werkes von mir für den Avalun=Verlag bereit sein würde, je=
doch hätte er kein Papier. Den „Preis des Druckes, der sich nicht sehr von den
allgemeinen Druckkosten unterscheidet”, würde er am besten wohl mit dem
Verlag selbst abmachen. Sollten Sie indeß aus Valutagründen einen Wiener
Druck vorziehen, so würde mir das natürlich ebenso recht sein. Nun glaube
und glaubte ich aber, daß der der „Officina Serpentis'” in Deutschland zur
Zeit der beste sein würde. Für das Papier in Frage käme also nur Groß=
folio. Es würde mich freuen, falls Sie mir „mit Nächstem” betreffende Maße
etc. bereits angeben könnten. Um das Ganze überhaupt möglich zu machen,
wird wahrscheinlich nötig werden: Querfolio, eventuell die einzelnen Blätter
sogar auf Falze gelegt. Was ja aber bei einer beschränkten Auflage keine Rolle
spielte.
Sie herzlich grüßend,
Ihr
Arno Holz.
Verehrter Herr Roeßler!
Die unseligen Postverhältnisse zwischen Berlin und Wien, die für jedes
einzelne Hin und Her mindestens 14 Tagen verschlingen, zwingen mich, Sie
zu bitten, Ihre Münchener und Stuttgarter „unternehmungsmutigen Männer”,
die für „verheißungsvolle und kulturell bedeutsame Gründungen” selber in=
teressiert zu werden wünschten, freundlichst zu veranlassen, möglichst schleunigst
direkt mit mir in Verkehr zu treten, da jeder Tag mir von äußerstem Wert
ist. Ja, von solchem Wert sein muß der heutigen scheußlichen Zeitumstände
wegen. Nicht wahr, Sie sind so gütig, mir diese Bitte zu erfüllen?
Den Text des „Trio Erotikons” habe ich natürlich einstweilen liegen lassen müssen
und darf an seine Vollendung erst denken, nachdem meine Seele durch die erfolgte,
sagen wir Verlagsgründung erst „frei” geworden ist. Herr E.W. Tieffenbach
schrieb mir unterm 28. I., daß er trotz großer Ueberbürdung zum Druck
eines solchen Werkes von mir für den Avalun=Verlag bereit sein würde, je=
doch hätte er kein Papier. Den „Preis des Druckes, der sich nicht sehr von den
allgemeinen Druckkosten unterscheidet”, würde er am besten wohl mit dem
Verlag selbst abmachen. Sollten Sie indeß aus Valutagründen einen Wiener
Druck vorziehen, so würde mir das natürlich ebenso recht sein. Nun glaube
und glaubte ich aber, daß der der „Officina Serpentis'” in Deutschland zur
Zeit der beste sein würde. Für das Papier in Frage käme also nur Groß=
folio. Es würde mich freuen, falls Sie mir „mit Nächstem” betreffende Maße
etc. bereits angeben könnten. Um das Ganze überhaupt möglich zu machen,
wird wahrscheinlich nötig werden: Querfolio, eventuell die einzelnen Blätter
sogar auf Falze gelegt. Was ja aber bei einer beschränkten Auflage keine Rolle
spielte.
Sie herzlich grüßend,
Ihr
Arno Holz.