Jahoda, Georg: Brief an Karl Kraus. Wien, 31.3.1919
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GEORG JAHODA
WIEN, 31. März 1919
III. HINTERE ZOLLAMTSSTR. 3
TELEPHON 187
Lieber Herr Kraus!
Zum morgigen Tage, an dem vor
zwanzig Jahren die Welt das Licht
der „Fackel“ erblickte, sei es mir ge=
stattet, als Mensch, Leser und
technischer Mitarbeiter Ihnen
herzlichst zu danken, Sie und mehr
noch uns zu beglückwünschen.
Drei Monate nach dem ersten Er-
scheinen der Fackel brachten Sie
(in Nr. 9) einen Rechenschaftsbericht,
der von dem Bestande Ihres Wohl=
befindens erzählte. Es ist erfreulich,
daß Ihre aufreibende, der Menschlich=
keit gewidmete Tätigkeit, daran
auch heute nichts geändert hat
und herzlichst zu wünschen, daß
es auch nach den nächsten zwei
Jahrzehnten besteht.
In aufrichtiger Verehrung
Georg Jahoda