Innerkofler, Adolf: Brief an Richard von Kralik. Wien, 2.2.1931
Wien 4 Paulanerg. 6
2. Febr. 1931
Hochverehrter Herr Dr.!
Bester Freund v. Kralik!
Was ich telefonisch sagte, wiederhole ich schriftlich:
1.) Unsere seit 1897 stammende Freundschaft und gegenseitige
Treue und Liebe soll selbverständlich keine Schädigung
erfahren trotz allem.
Ich bitte darum.
2.) In der Sache des Schriftstellerverbandes hätte ich allerdings
von dir erwartet, daß du nicht sofort dich, als du
merktest, daß ich Bedenken zu haben begann, unbedingt
auf Seiten des Herrn Lux stelltest, sondern uns
wenigstens Gehör zu schaffen versuchen würdest. Denn
du warst doch selbst Zeuge, mit welcher Vehemenz
Lux jeden Widerspruch, ja jede Darlegung des
wahren Sachverhaltes unterdrückte. Daher kam es
eben auch, daß weder dir noch dem „Ausschuß”
ein klares Bild der Sachlage verschafft werden
konnte. Lux deklamiert alles nieder. Damit