K. k. priv.
Theater i. d. Josefstadt
Direktion: J. JARNO.
Telephon 18.954
WIEN, 14/2 1914.
Verehrter Herr Holzer!
Sie bringen mich in Verlegenheit, was Ihnen
antworten! Ich fürchte es handelt sich wieder um das
Engagement Ihrer verehrten Frau Gemahlin.
Nichts ist mir schrecklicher als Jemandem den ich gut leiden
kann, etwas abzuschlagen! – Glauben Sie mir, verehrter
Herr Holzer, ich habe nicht leicht nein gesagt! Es geht
aber, mit dem besten Willen nicht! – Ich sehe absolut
kein Arbeitsfeld für Ihre verehrte Gattin, an meinem
Theater! – In meiner langjährigen Direktions-
praxis habe ich die Beobachtung gemacht, dass es
viel besser ist vorher zu verstimmen als nachher! –
Denn die Verstimmung käme unbedingt! –
Ich kann mir Ihre Situation lebhaft vorstellen, und
fühle sie Ihnen nach – aber leider kann ich in
diesem Falle nicht helfen! –
Sollte es sich jedoch um etwas anderes handeln,
dann bitte ich recht sehr, um zwei Zeilen. Ich habe
leider so furchtbar wenig Zeit – ich werde auch gar
nicht auf den Concordiball gehen können, da ich
nächsten Freitag Premiere habe – und außerdem meine
Frau seit 8 Tagen krank zu Bette liegt! –
Lieber Herr Holzer, verzeihen Sie mir meine Aufrichtig-
keiten – aber leider leider kann ich nicht anders! –
Mit den besten Grüssen, Ihr sehr ergebener
JosefJarno
Theater i. d. Josefstadt
Direktion: J. JARNO.
Telephon 18.954
WIEN, 14/2 1914.
Verehrter Herr Holzer!
Sie bringen mich in Verlegenheit, was Ihnen
antworten! Ich fürchte es handelt sich wieder um das
Engagement Ihrer verehrten Frau Gemahlin.
Nichts ist mir schrecklicher als Jemandem den ich gut leiden
kann, etwas abzuschlagen! – Glauben Sie mir, verehrter
Herr Holzer, ich habe nicht leicht nein gesagt! Es geht
aber, mit dem besten Willen nicht! – Ich sehe absolut
kein Arbeitsfeld für Ihre verehrte Gattin, an meinem
Theater! – In meiner langjährigen Direktions-
praxis habe ich die Beobachtung gemacht, dass es
viel besser ist vorher zu verstimmen als nachher! –
Denn die Verstimmung käme unbedingt! –
Ich kann mir Ihre Situation lebhaft vorstellen, und
fühle sie Ihnen nach – aber leider kann ich in
diesem Falle nicht helfen! –
Sollte es sich jedoch um etwas anderes handeln,
dann bitte ich recht sehr, um zwei Zeilen. Ich habe
leider so furchtbar wenig Zeit – ich werde auch gar
nicht auf den Concordiball gehen können, da ich
nächsten Freitag Premiere habe – und außerdem meine
Frau seit 8 Tagen krank zu Bette liegt! –
Lieber Herr Holzer, verzeihen Sie mir meine Aufrichtig-
keiten – aber leider leider kann ich nicht anders! –
Mit den besten Grüssen, Ihr sehr ergebener
JosefJarno