Jellinek, Oskar: Brief an Oskar Maurus Fontana. Wien, 18.3.1933
Wien, am 18./3. 33
Lieber, sehr verehrter Herr Fontana,
ich danke Ihnen herzlichst für
Ihre wertvollen, von sehr freundlichen
Widmungen begleiteten Gegengaben, die
mit dem „Garten Immergrün” mir nun
eine Trias von Fontana-Büchern bilden.
Die „Gefangene der Erde” kenne ich wohl
noch nicht, kann aber leicht dazu gelan-
gen.
„Erweckung” werde ich bald vornehmen,
aber die Lekture der „Empörer” habe ich mit
großem Genuß schon fast beendet. Dieses Buch
erinnert mich in seinem vergeistigten Wort
und der Mannigfaltigkeit seiner gestalteten
Motive an die tiefdringenden, bei aller Spröde
vielwendigen Werke eines der besten Novellen-
dichter, die ich kenne: Philipp Langmanns.
Ich glaube nicht, daß ich Ihre kurzen,
aber oft ganze Lebens - ja Generations -
Abläufe umfassenden Erzählungen (wie
die „Stadt” oder das „Landhaus”) werde
vergessen können. Besonders nahe kam mir