Kahrer, Max: Brief an Hans Ankwicz-Kleehoven. o.O., 4.10.1925
verspüre heute in mir eine Hochspannung
an künstlerischer Kraft, welche
durch die jetztigen unleidlichen Ver-
hältnisse sehr unterbunden ist.
Doch die Freude an der Arbeit,
an intimster Zwiesprache mit der
Allmutter Natur habe ich mir
bewahrt, diese Freude kann mir
niemand abkaufen, und diese
Freude muss das Äquivalent für
alles Widerwärtige bilden.
Ich hoffe, dass es mir gelungen
ist, Ihnen neben trockenen Daten
einen Einblick in meine Inneres
gewährt zu haben.
Es grüßt Sie herzlichst
Ihr ergebener
Max Kahrer
Klosterneuburg
Burgstr. 1