Biologische Versuchsanstalt
in Wien
II/2., Prater, „Vivarium”.
Telephon 12857
2. V. 1914
Hochgeehrte Frau,
Haben Sie vielen Dank für Ihren lieben Brief aus Montreux.
Meinen wärmsten Dank für die Broschüre „Vom wahren und vom
falschen Idealismus”, deren Lektüre mir einen erlesenen, freilich
von tiefer Betrübnis verdüsterten Genuss bereitete, schrieb ich Ihnen
in Unkenntnis Ihrer Abwesenheit an die Wiener Adresse; er wird
früher oder später wohl ebenfalls seinen Weg in Ihre Hände finden.
Ich werde mich glücklich schätzen, nach Ihrer Rückkehr von der
mich ehrenden Einladung Gebrauch zu machen und Sie, gnädige
Frau, aufzusuchen.
Die Sektion Döbling des Wiener Volksbildungsvereines hat in
ihrer Volksbibliothek ein Bild Jodls enthüllt (vorigen Sonntag),
und ich wurde vom Vorstand aufgefordert, die der Enthüllung
vo[rau]sgehende Ansprache zu halten; ich verwies jedoch auf
einen Berufeneren, Herrn Kollegen Schmidt-Kovarcik, mit
der Erklärung, im Falle seiner Absage jedenfalls doch einzu-
treten. Da ich keine weitere Nachricht empfing, dürfte die
feierliche Ansprache jedenfalls von dem Genannten übernommen
worden sein.
Dafür hatte ich Gelegenheit, auf die Broschüre „Vom wahren
und vom falschen Idealismus” bei einem vom Akademischen
Monistenbund veranstalteten, glänzend verlaufenen Vortrags-
abend, dessen Vorsitz ich führte, nachdrücklich hinzuweisen.
in Wien
II/2., Prater, „Vivarium”.
Telephon 12857
2. V. 1914
Hochgeehrte Frau,
Haben Sie vielen Dank für Ihren lieben Brief aus Montreux.
Meinen wärmsten Dank für die Broschüre „Vom wahren und vom
falschen Idealismus”, deren Lektüre mir einen erlesenen, freilich
von tiefer Betrübnis verdüsterten Genuss bereitete, schrieb ich Ihnen
in Unkenntnis Ihrer Abwesenheit an die Wiener Adresse; er wird
früher oder später wohl ebenfalls seinen Weg in Ihre Hände finden.
Ich werde mich glücklich schätzen, nach Ihrer Rückkehr von der
mich ehrenden Einladung Gebrauch zu machen und Sie, gnädige
Frau, aufzusuchen.
Die Sektion Döbling des Wiener Volksbildungsvereines hat in
ihrer Volksbibliothek ein Bild Jodls enthüllt (vorigen Sonntag),
und ich wurde vom Vorstand aufgefordert, die der Enthüllung
vo[rau]sgehende Ansprache zu halten; ich verwies jedoch auf
einen Berufeneren, Herrn Kollegen Schmidt-Kovarcik, mit
der Erklärung, im Falle seiner Absage jedenfalls doch einzu-
treten. Da ich keine weitere Nachricht empfing, dürfte die
feierliche Ansprache jedenfalls von dem Genannten übernommen
worden sein.
Dafür hatte ich Gelegenheit, auf die Broschüre „Vom wahren
und vom falschen Idealismus” bei einem vom Akademischen
Monistenbund veranstalteten, glänzend verlaufenen Vortrags-
abend, dessen Vorsitz ich führte, nachdrücklich hinzuweisen.