Kienzl, Hermann: Brief an Wilhelm Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 14.9.1914
Vorläufig freue ich mich Deiner
gesunden Kinnbacken, die eine solche
Nuß wahrscheinlich spielend knacken
werden. Bist ja ein Hexerich!
Außerordentlich, das sag
ich Dir herzlich, freut es mich,
daß Du einmal Deine Kunst
meinen Versen schenkst, - und
ich koste heute schon den Vorgenuß
der Metamorphose, die dem
Gedicht beschieden sein wird. -
Jawohl, es ist am besten,
wenn Du bei Einsendung des
Opus das Honorar für uns beide
verlangst. Über das Maximum
von 300 Mark kannst Du m. E.
nicht hinausgehen; auch diese
Summe scheint mir bedenklich
hoch. (Für das illustrierte Gedicht
„Der Steirer in Rußland” zahlte
mir Ullstein - ich hatte freilich
keine Bedingung gestellt - 30 Mark!)