Kienzl, Hermann: Brief an Helene Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 3.1.1917
Ethik ist. Aber - keiner kann schließlich
anders sein, als er geschaffen
wurde, und wer ihn liebt,
muß ihn nehmen u. lieben wie
er ist.
Hast Du denn meinen Beitrag
zur Festschrift noch rechtzeitig
erhalten? Wäre für eine
kurze Mitteilung verbunden.
Die gestrige fünfte Vorstellung
des Testaments war, nach
Liesbeths Mitteilung, leider
ziemlich schwach besucht, aber
die Stimmung auf der Bühne
und im Zuschauerraum gut.
Wenn ich nur rechtzeitig, vor
Beginn der Komposition, in
das Textbuch Einblick gehabt
hätte! Gulian fürchtet immer
meine „literarische” Brille; und
die sitzt mir vielleicht gar
nicht auf der Nase!
Allerherzlichste Grüße! In
aufrichtiger Ergebenheit
Hermann.