Kienzl, Hermann: Brief an Wilhelm Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 16.11.1914
Im Irrtum, lieber Gulian, warst Du, als
Du meintest, Bock werde es „nicht hübsch”
finden, wenn ich, nachdem er für das
Eigentumsrecht an der Hymne ein
anständiges Honorar gezahlt, ihn
um die Einwilligung zur Einreihung
des Gedichtes in mein Buch ersuchen
würde. Überzeuge Dich, bitte, von
Bocks ganz gegenteiliger Auffassung:
Ich schrieb ihm, zugleich den Empfang
des Honorars bestätigend, ob es
ihm angenehm sein würde, wenn ich
die Hymne in mein Buch aufnähme -
selbstverständlich mit einem die Kompo=
sition u. den Verlag betreffenden
Vermerk. Er antwortete sofort, daß
er mir dafür besonders dankbar
wäre. Offenbar, um sich für mein
Vorhaben erkenntlich zu zeigen, tat er,
was er bisher noch nicht getan hatte:
er schickte mir, als Geschenk, eine
Anzahl neuer musikalischer Verlags=
werke ....!
Heute habe ich Dich leider nur mit
mir unterhalten. Aber lass' mich doch
rasch etwas von dem voraussichtlichen Wiener
Erfolg erfahren! Herzlichst grüßt Dich Dein
Hermann.