Hofgastein, Kurhotel Wahnfried (!), 16/6 1926.
Mein lieber Gulian! Seit 8 Tagen bin ich in
Gastein. Bisher ungebessert. Zu den Schmerzen, die
seit Jahr u. Tag an mir nagen, nahm ich ein
neues Übel - man darf schon sagen: ein Unglück -
mit. Unmittelbar, nachdem ich das schreckliche
Moabiter Krankenhaus verlassen hatte, wurde
ich auf dem linken Auge fast blind. Prof. Sillex,
erste Kapazität der Augenheilkunde, sofort zu
Rate gezogen, stellte Zerstörungen in der
Netzhaut fest. Krüppel also oben und unten!
Und ein Damoklesschwert .... Über alles
wird Dir ja Bertha berichten, die mich hier
6 Tage gepflegt hat u. heute oder morgen bei
ihren Schwestern in Wien eintrifft. Ich bin
hier in vertrauenswürdigen ärztlichen Händen
(Dr. Hofer). Er spricht zuversichtlich von einem
in Gastein zu erreichenden Stillstand (ob bis zum
nächsten Jahr, sei fraglich) des sklerotischen Pro=
zesses u. Befreiung von den unerträglichen
neuralgischen Schmerzen der Fuß=Neurose. Aber
erst nach dem 15. Radium=Bad würde sich
die Besserung zeigen, vorläufig erhöhen die
Bäder die Nervenschmerzen. Dein lieber, aus=
führlicher Brief wurde von mir in Berlin den Ärzten
gezeigt. Sie sind nicht gegen das neue Wiener
Verfahren eingenommen, meinen aber, die
tatsächlichen Voraussetzungen seien bei mir andere als
bei Bittner. Ein Zusammenhang zwischen Diabetes
u. Sklerose besteht bei mir nachgewiesenermaßen
nicht, ebenso wenig ein solcher zwischen Nikotin u. Sklerose.
Mein lieber Gulian! Seit 8 Tagen bin ich in
Gastein. Bisher ungebessert. Zu den Schmerzen, die
seit Jahr u. Tag an mir nagen, nahm ich ein
neues Übel - man darf schon sagen: ein Unglück -
mit. Unmittelbar, nachdem ich das schreckliche
Moabiter Krankenhaus verlassen hatte, wurde
ich auf dem linken Auge fast blind. Prof. Sillex,
erste Kapazität der Augenheilkunde, sofort zu
Rate gezogen, stellte Zerstörungen in der
Netzhaut fest. Krüppel also oben und unten!
Und ein Damoklesschwert .... Über alles
wird Dir ja Bertha berichten, die mich hier
6 Tage gepflegt hat u. heute oder morgen bei
ihren Schwestern in Wien eintrifft. Ich bin
hier in vertrauenswürdigen ärztlichen Händen
(Dr. Hofer). Er spricht zuversichtlich von einem
in Gastein zu erreichenden Stillstand (ob bis zum
nächsten Jahr, sei fraglich) des sklerotischen Pro=
zesses u. Befreiung von den unerträglichen
neuralgischen Schmerzen der Fuß=Neurose. Aber
erst nach dem 15. Radium=Bad würde sich
die Besserung zeigen, vorläufig erhöhen die
Bäder die Nervenschmerzen. Dein lieber, aus=
führlicher Brief wurde von mir in Berlin den Ärzten
gezeigt. Sie sind nicht gegen das neue Wiener
Verfahren eingenommen, meinen aber, die
tatsächlichen Voraussetzungen seien bei mir andere als
bei Bittner. Ein Zusammenhang zwischen Diabetes
u. Sklerose besteht bei mir nachgewiesenermaßen
nicht, ebenso wenig ein solcher zwischen Nikotin u. Sklerose.