Kienzl, Hermann: Postkarte an Wilhelm Kienzl. Wilmersdorf bei Berlin, 11.10.1923
auf die Musik? Formell ist Bock im Recht. Bei den Ver=
handlungen mit ihm betonte gerade ich, daß er von
dem Notenverkauf an die Kino=Orchester Nutzen haben
werde. Daher würde ja sowohl in meinen Vertrag mit
Hirschfeld, sowie in die Schlußbriefe zwischen Bock u.
Hirschfeld die Bestimmung aufgenommen, daß Titelblatt u.
Verlags=Anzeige des Evglmnn=Klavierauszuges im Bilde
gezeigt werden muß. Aber da Du persönlich vom Noten=
verkauf nichts hast, wäre m. E. selbst eine fremde Begleit=
musik nicht tragisch zu nehmen. Mein Schwiegersohn, in
Urheberrechts=Fragen eine Kapazität, meint, daß er
mit sicherem Erfolg, auf Grund der genannten Bestimmungen
des Hirschfeld=Vertrags, gegen die Musik=Unterschiebung
der Ufa ein Verbot erwirken könne. Er läßt Dir
raten, Du mögest sofort dem Schutzverb. d. Schriftst. als
Mitglied beitreten (Berlin W Schöneberger Ufer 25), dann
wirst Du unentgeltlich vertreten. (Da Hans erst in 3 Monaten
Assessor wird, kann er Dich offiziell nicht vertreten, aber er
macht es in der Tat!) Gleichzeitig sollst Du ihm Deine Blanko=Unter=
schrift schicken (auf einem großen Halb=Bogen)