Kienzl, Wilhelm: Brief an Gustav Starcke. Graz, 9.4.1916
Am 28. früh kam ein Telegramm
an mich von einem ihrer Zim-
merherren (!): „Gnädige Frau
Kienzl gestorben!” Sonst nichts.
Du kannst Dir meinen Schreck,
meine Stimmung vorstellen. Nichts
Näheres zu erfahren, sie
ganz allein sterbend zu wis-
sen; durch 11 Stunden kein
Zug nach Graz (Truppentransporte!)
Es war grässlich. Ich eilte
nach Simmering zu Ziska, um
es ihr schonend mitzuteilen.
Sie starb fast vor Schrecken.
Die ganze Nacht durch per
langsamstem Personenzug
nach Graz. Da lag sie freund-
lich schlummernd in ihrem