Kienzl, Wilhelm: Brief an Lili Kienzl. Wien, 6.2.1919
[Fortsetzung von S.4]
II zum Brief vom 6./2 1919.
die 5 Kilogr. gekauft hast.-
Etwas Butter zum Frühstück hab' ich
noch. Kriegt man in Gmunden But-
ter? Kauf' sie doch!
Rena ist krank (Herzbeschwerden!).
Wegen der Steuer werd' ich tun, was
nur möglich ist. Du fragst, wer
die Trios mit mir spielt! Das
schrieb ich Dir doch schon: 2 jun-
ge Musiker aus dem Tonkünstlerorche-
ster, Mittermüller u. Maier. Niemand
„machte die honneurs”! Hr. Boruttau
(Tenor) sang 6 Lieder von mir mit
großem, ergreifendem Ausdrucke,
bei der zweiten Matinée sang Frau
Ulanowsky herrlich (à la Barbi)
6 Lieder von mir. Jedesmal
kommt ein anderer Sänger
dran. Nun noch von den letzten
Tagen! Dienstag den 4. war ich in
der öffentlichen Generalprobe (wie
ein Konzert) des II. Gesellschafts-
konzertes unter Schalk: Schu-
mann's „Faust” für gem. Chor, Soli