Kienzl, Wilhelm: Brief an Helene Kienzl. Graz, 29.3.1917
Graz, 29.III 1917.
(Die Kleckse sind von
Deiner wiedergekehrten Gold-
feder!!!)
Teure Freundin!
Gestern stand ich mit Blumen
am Grabe meiner teuren Mutter,
u. zw. mit Freund Kalin, mit dem
ich dann einige Stunden in intim-
sten Gesprächen spazieren ging
u. der ein tiefes Verständnis für
all' meine Gefühle u. meine
schier verzweifelte Lage bewies.
Darauf heute die furchtbarste
Nacht, die ich je durchlebt, in
der ich mit unbeschreiblichen
Foltern gemartert worden bin bis
zum Morgengrauen,
so dass ich mich heute frage, ob ein