Bad Aussee, 19. IX. 1926.
Verehrtester!
Ich bin sehr ärgerlich - und das muß ich Ihnen schrei-
ben: ich fragte beim „Grazer Tagblatt“ an, ob man dort
auf eine Besprechung Ihres Werfel=Buches reflektiere.
Und man antwortete - ablehnend! Es ist mir nicht
gleichgültig, wenn Sie am Ende glauben, dass ich Ihnen
nicht gern, ja vom Herzen gern den Gefallen einer aus voll-
ster Ueberzeugung rühmenden Besprechung erwiesen
hätte, u. deshalb schreibe ich Ihnen das obige Faktum.
Wie geht es Ihnen? Hier ist es jetzt göttlich schön;
seit 4 Wochen ununterbrochen herrlichstes Sommer=
wetter. 26mal hab' ich bereits im See gebadet; das
sagt Alles. Leider ist mein armer Schwager noch
immer schwer krank. Das trübt unsere Stimmung
sehr. Nun ist's 4 Wochen, dass er zu Bett liegt mit
Verehrtester!
Ich bin sehr ärgerlich - und das muß ich Ihnen schrei-
ben: ich fragte beim „Grazer Tagblatt“ an, ob man dort
auf eine Besprechung Ihres Werfel=Buches reflektiere.
Und man antwortete - ablehnend! Es ist mir nicht
gleichgültig, wenn Sie am Ende glauben, dass ich Ihnen
nicht gern, ja vom Herzen gern den Gefallen einer aus voll-
ster Ueberzeugung rühmenden Besprechung erwiesen
hätte, u. deshalb schreibe ich Ihnen das obige Faktum.
Wie geht es Ihnen? Hier ist es jetzt göttlich schön;
seit 4 Wochen ununterbrochen herrlichstes Sommer=
wetter. 26mal hab' ich bereits im See gebadet; das
sagt Alles. Leider ist mein armer Schwager noch
immer schwer krank. Das trübt unsere Stimmung
sehr. Nun ist's 4 Wochen, dass er zu Bett liegt mit