Klein, Franz: Brief an Margarete Jodl. Wien, 26.1.1914
menschenfreundliche Worte zu sprechen
wußte. Seine Werke werden seinen Na-
men und seine Gedanken in die Zukunft
tragen, doch die Vielen, die sein Wesen
und seine Persönlichkeit liebten, sind plötzlich
arm geworden . . .
Von Ihrem unsagbaren Leide, verehrte
gnädige Frau, darf ich nicht sprechen. Sie waren
mit dem Dahingegangenen so ganz verwach-
sen, daß man fast Scheu trägt, dem Weh
ins Antlitz zu sehen, das aus dem Nichts
sich erhebt, das nun an Ihrer Seite, an der
Stelle ihres geliebten Gatten sich ausbreitet.
Ich bitte, den Ausdruck meines tief
gefühlten Beileids zu genehmigen und ver
sichert zu sein, daß ich dem Verstorbenen