Kolig, Anton: Brief an Richard von Schaukal. Klagenfurt, 2.5.1916
Ich habe hier soviel von Ihrem Freunde v. Fries-Skene
sprechen gehört, - es tut mir sehr leid, daß er nicht
mehr hier ist. Immerhin wird er Ihnen mein
Anliegen nicht abschlagen können, den Einfluß
die Sache zu lösen hat er reichlichst. Es handelt
sich ja um berechtigte Ansprüche. Ich bitte Sie innig
darum, das für mich zu tun.
Da ist z. B. ein Bekannter, Landschafter als Kriegs=
maler dem Stab nach Villach zugeteilt. Das
wäre natürlich eine wunderbare Lösung, aber
soweit spezialisieren wird man seine Wünsche
nicht.
Ich bin jetzt erst drei Wochen von daheim
fort. Ich denke unausgesetzt an meine lieben
Kleinen.
Ihre Bücher machen mir tiefe Freude. Ihr
Schaffen fließt reich und klar. Ich liebe Ihre
immergrünen Bilder. Wann werde ich so frei
sein? Meine Arbeit ist ein schrecklicher Kampf.
Wie ich auch menschlich hart ringe. Ich würde
mich sehr freuen, wenn Sie das Portrait meiner
Frau zu Gesicht bekämen und mir etwas darüber
sagten. Der Besitzer ist ein Wiener Antiquitäten-
händler, - ich habe den Namen vergessen - kann
mich aber bei Moll darum anfragen, wenn Sie
hingehen wollten.
Hoffentlich bringt Ihnen der wundervolle
Mai endlich Erholung von den Krankheiten im
Hause.
Nehmen Sie meine Bitte gütig auf. Sie erweisen
mir einen neuen sehr sehr großen Freundschafts=
dienst. Sie müssen an mich glauben, dann wird
es Ihnen nicht allzuschwer sein.
Herzlichste Grüße und Empfehlungen
Ihren Lieben im Besonderen
Ihnen
Ihr ergebenster
Anton Kolig