Kolig, Anton: Brief an Richard von Schaukal. Nötsch im Gailtale, 4.3.1915
Nötsch im Gailtale 4. März 1915
Lieber Freund!
Ihr Brief hat mir viel Freude gemacht - ich
danke für die Anteilnahme an unserem Geschicke und die
ergriffene Initiatife zur Genugtuung für unsere
Leiden. Ich habe meiner Schilderung nichts hinzuzufügen,
als daß ich damals (Marseille 1. August 1914) dazu
aufgefordert wurde meine Vermögensverhältnisse
klarzulegen und meine Angaben über ein fixes
Einkommen von 4000 K (wie ich es damals durch Moll
bezog) nachzuweisen, was ich aus den ungangbaren
Verhältnissen heraus und weil das Geld immer durch
dritte Hand ging nicht nachweisen konnte. (Moll sandte
die Posten für meinen Schwager, mich und seinen eigenen
Neffen „Bergen“ der Einfachheit halber zusammen
an den Crédit Lyonnais Paris. Bergen löste jedesmal
den Scheck aus und übergab bzw übersandte uns
aufs Land die Teilbeträge). Dafür war ich
im Stande an der Hand bezahlter Quittungen für
eine Miethe in Paris von 1250 frs jährlich - ich hatte
gerade bis September voraus bezahlt - dann für unsere
Cassiser Villa durch eine Anzahlungsbestätigung von 200 frs
auf 375 frs laut Vertrag geordnete Verhältnisse
nachzuweisen.
Mein Schwager schreibt in seinem letzten Briefe,
daß auch er vom österreichischen Consulate in Oran