Kralik, Richard: Brief an Adolf Holzhausen. Wien, 30.8.1914
völlig geschehen, obwohl ich sagen kann, daß ich eine gewisse
Gemeinde habe und obwohl mich mein Vaterland durch
Verleihung des Ehrenzeichens in die erste Reihe gestellt hat.
Ich selber habe es immer verschmäht, für mich Propaganda
zu machen; ja ich habe bisher bei der Wahl des Verlages
allzu sorglos den Zufall walten lassen. Oder vielmehr, ich
habe mir immer gesagt: der richtige, der einzige Verleger wird
schon zur rechten Zeit kommen, ebenso wie der richtige Kriti-
ker und der richtige Dramaturg. Sie sehen, daß ich durch
meinen Vertrag mit Alber wenigstens meinem zukünftigen
wirklichen Verleger die Wege geebnet habe; es gibt keine
verlagsrechtlichen Schwierigkeiten. Wenn ich die Frage
an Sie stelle, ob Sie dieses mein Verlegerideal sein wollen,
so tue ich es meinerseits mit reiflicher Überlegung und
möchte auch Ihnen reifliche Überlegung gewahrt
wissen. Wohl aber würde ich mich freuen, Ihnen sofort
mit etwa gewünschten näheren Daten dienen zu
können. Mit besten Grüßen und Empfehlungen
Ihr ergebenster Richard Kralik