Kralik, Richard: Brief an Adolf Holzhausen. Wien, 15.3.1915
Wien 15. 3. 15
Lieber Herr Holzhausen! Unter dem unmittelbaren
Eindruck unserer Besprechungen schreibe ich noch in derselben Stunde
meine Stellungnahme auf zu weiterer Erörterung:
1. Ich bin bereit, um Ihren Plan zu ermöglichen, die Darstellung
des Krieges schon jetzt oder doch alsbald zu beginnen. Bitte nur um Aus-
kunft: Wann ist der letzte Termin, da Sie das Manuskript haben
müssen? Und wie viel Manuskript muß es sein? Für 10 Bogen?
Für 10 Bogen (160 Seiten) muß ich doch zwei Monate Arbeits-
zeit für mich rechnen. Erscheint dieser 1. Teil als Lieferung, so
daß er mit dem Bogen aufhört, ohne Rücksicht auf den Inhalt?
Ich vermute und halte es so für gut, da ich wahrscheinlich einfach weiter
schreiben werde, ohne in meiner Arbeit eine Pause zu machen.
Wann soll die 2. 3. 4. Lieferung erscheinen? Brauch ich
mich dabei nicht so sehr zu beeilen? Mir ist das alles für
die Disposition meiner Arbeitszeit sehr wichtig, damit ich z.B.
weiß, ob ich die Arbeit an meiner Weltgeschichte für 8 Monate
ganz unterbrechen muß, oder ob ich in einer Pause den
Rest des 2. Bandes der Weltgeschichte vollenden kann.