Kralik, Richard: Brief an Max Hussarek von Heinlein. Wien, 30.5.1914
Diese Bemerkung soll durchaus
kein Mißtrauen gegen die Mitherausgeber
oder Mitarbeiter bedeuten; sie ist
vielmehr nur meinetwegen notwendig:
denn vor zwei Jahren, kurz nachdem der Plan zu einer
österreichischen Geschichte dieser Art zum erstenmal
publik gemacht wurde und zugleich als vorbild-
liche Historiker für das Werk einzig Springer
und Friedjung genannt wurden, da habe ich mich öffentlich
aufs entschiedenste gegen Springer und
Friedjung ausgesprochen als gegen die
Historiker, die nach meiner Überzeugung Österreich
am meisten geschadet haben. Über Springer
erlaube ich mir noch auf den Artikel des gewiß
sehr liberalen Wurzbach im biogr. Lexikon hin-
zuweisen. Was Friedjung betrifft, so hat man
einst in der Zeitung gelesen, sein Werk über 1866 genieße
die Anerkennung einer sehr hohen Persön-
lichkeit, während wohl das Gegenteil richtig ist.
Aber es kommt hier nur auf meine
eigene Überzeugung an und die ist,