Königlicher Rat
Dr. Adolph Kohut
Schriftsteller
Berlin W. 62, den 14. Mai 1916
Courbièrestr. 7.
Hochverehrter Herr Oberbibliothekar, Gönner
und Landsmann!
Was werden Sie von mir denken, dass ich Ihre vielen liebens-
würdigen Zuschriften und Zusendungen noch garnicht beantwortet habe?
Sie können sich denken, dass zwingende Gründe, vor allem anhal-
tende Krankheit, eine ungeheure Arbeitslast und verschiedene andere
unangenehme Umstände, deren Aufzählung mich jedoch zu weit führen
würde, mich davon abgehalten haben.
Nunmehr pocht aber mein Gewissen hörbar, und so beeile ich
mich nun, einen eingehenderen Brief mir noch vorbehaltend, Ihnen we-
nigstens die beiden Ihnen zugesagten letzten Werke von mir über
„Bismarck” und „Geibel " mit der ergebenen Bitte zu übermitteln, die-
selben als ein kleines Zeichen meiner alten Freundschaft und dank-
baren Ergebenheit für Ihre gütigen Literaturnachweise zuzustellen.
Was meine'Berühmten israelitischen Frauen und Männer"
betrifft, so habe ich seinerzeit Ihre vielen Winke, Ratschläge und
Daten aufs beste berücksichtigt. Leider ist jedoch diese zweite
Auflage bisher nicht erschienen und wird wohl erst nach Beendigung
des Krieges herauskommen. Ob ich sie je erlebe, weiss Gott! Mit
diesem Werk hatte ich überhaupt viel Unglück. Der Verleger der zwei-
ten Auflage, der die erste Auflage von A. H. Payne in Leipzig
kaufte, hat sich vor etwa Jahresfrist aus finanziellen Gründen in
Wannsee ertränkt. Sein Associé jedoch will das Buch, wie gesagt ,
nach dem Frieden herausbringen. Es versteht sich von selbst, dass ich
Ihnen ein Exemplar dieser zweiten Auflage, die wohl gleichfalls in
zwei Bänden herausgegeben werden wird, zustellen werde.
Dr. Adolph Kohut
Schriftsteller
Berlin W. 62, den 14. Mai 1916
Courbièrestr. 7.
Hochverehrter Herr Oberbibliothekar, Gönner
und Landsmann!
Was werden Sie von mir denken, dass ich Ihre vielen liebens-
würdigen Zuschriften und Zusendungen noch garnicht beantwortet habe?
Sie können sich denken, dass zwingende Gründe, vor allem anhal-
tende Krankheit, eine ungeheure Arbeitslast und verschiedene andere
unangenehme Umstände, deren Aufzählung mich jedoch zu weit führen
würde, mich davon abgehalten haben.
Nunmehr pocht aber mein Gewissen hörbar, und so beeile ich
mich nun, einen eingehenderen Brief mir noch vorbehaltend, Ihnen we-
nigstens die beiden Ihnen zugesagten letzten Werke von mir über
„Bismarck” und „Geibel " mit der ergebenen Bitte zu übermitteln, die-
selben als ein kleines Zeichen meiner alten Freundschaft und dank-
baren Ergebenheit für Ihre gütigen Literaturnachweise zuzustellen.
Was meine'Berühmten israelitischen Frauen und Männer"
betrifft, so habe ich seinerzeit Ihre vielen Winke, Ratschläge und
Daten aufs beste berücksichtigt. Leider ist jedoch diese zweite
Auflage bisher nicht erschienen und wird wohl erst nach Beendigung
des Krieges herauskommen. Ob ich sie je erlebe, weiss Gott! Mit
diesem Werk hatte ich überhaupt viel Unglück. Der Verleger der zwei-
ten Auflage, der die erste Auflage von A. H. Payne in Leipzig
kaufte, hat sich vor etwa Jahresfrist aus finanziellen Gründen in
Wannsee ertränkt. Sein Associé jedoch will das Buch, wie gesagt ,
nach dem Frieden herausbringen. Es versteht sich von selbst, dass ich
Ihnen ein Exemplar dieser zweiten Auflage, die wohl gleichfalls in
zwei Bänden herausgegeben werden wird, zustellen werde.