Korngold, Julius: Brief an Richard von Kralik. Wien, 8.3.1916
genügen würde, wenn kurz vor der Wiener
Aufführung in irgend einer taktvollen Form die Öffentlichkeit
wenigstens über die Tatsache informirt würde, daß
Treibereien & feindselige Stimmungen für die Premiere
bestehen, damit die üblichen, vom Übelwollen gezogenen
Schlüsse - namentlich die der Presse - nicht die weiteren
Schicksale der Opern in Deutschland gefährden. Die
Wiener Aufführung, die ein Unglück für Erich ist,
gebe ich verloren . . . das nach dritthalbjähriger, wahrhaft
übermenschlicher Arbeit eines Sechzehn-Siebzehn- bzw.
Achtzehnjährigen!
Lassen Sie mich Ihnen, dem aufrichtig verehrten, wolwollenden
Collegen nochmals herzlichsten Dank sagen!
Ihr herzlich ergebener
Dr Korngold