Kranewitter, Franz: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Innsbruck, 4.1.1914
bei mir alles im alten. Wenig
Erfolg aber viel Sorge um das
tägliche Brod, aber ich habe gelernt
mich in das Notwendige zu fügen
und habe so wenigstens den
innerlichen Frieden. Man gewöhnt
sich ja an Vieles. Mit Hoffnungen
plage ich mich nicht mehr und mache
mir selbst nicht mehr viel daraus
wenn mich die Kritiker, wie z.B.
voriges Jahr um Ostern die Berliner
anläßlich eines Gastspieles der
Exl Truppe auf das gräulichste
abschlachten. Da war es z. B.
der Busenfreund Schönherrs,
der mich im Berl. Tageblatt mit
meinen Werken auf die
„Pradler Bühne“ verwies