München 13.-1.-18.
Lieber Freund!
Wenn ich das nächste Mal nach Wien zur Frühlingsfeier zu Dir komme (5.-6. März)
so verbindet sich für mich ganz persönlichst damit eine kleine Erinnerungsfeier -
u. eine Art Herbstfeier, insoferne nämlich, als ich am 5. März 1893 zum ersten Male
als Solist in einem Gesellschafts-Concerte in Wien (und damit überhaupt zum ersten Male
in einer Oratoriumaufführung) aufgetreten bin.
Aus diesem Grunde möchte ich mich bei dieser Gelegenheit gerne gesanglich etwas ausgiebiger
ausleben, als es im Rahmen der Frühlingsfeier möglich ist und deshalb habe ich für den
4. März einen Liederabend mit meiner Frau angesetzt, dessen Programm ich Dir beilege.
Natürlich wäre es mir aber sehr angenehm bei diesem auch den Singverein, der ja
doch das beste Publikum ist, das man in Wien haben kann möglichst vollzählig
als Auditorium zu haben u. zw. wenn irgend möglich unter Führung seines erlauchten
Dirigenten. Deshalb bitte ich Dich - wenn dem nicht ganz unüberwindliche Hindernisse
im Wege stehen, Deine Proben für den Singverein so anzusetzen, dass der 4. März
ein freier Abend ist, was ja bei den außergewöhnlich großen Anforderungen, die das
Werk an die Chorstimmen stellt, für die stimmliche Verfassung des Chors am 5. u. 6.
vielleicht ohnedieß ganz praktisch sein dürfte.
Ich würde diese Bitte an Dich nicht so ungescheut gerichtet haben, wenn außer dem
Herzensbedürfnis nach einer sympathatischen Zuhörerschaft noch andere Momente,
wie z. B. besonders das finanzielle mir einen möglichst zahlreichen Besuch erwünscht
erscheinen ließen - was aber durchaus nicht der Fall ist.
Vielleicht gibst Du mir kurz auf einer Karte Bescheid, damit ich auch weiss,
dass Du diesen Brief erhalten hast. Sonst hoffentlich bei Euch Alles so gut wie bei uns!
Mit herzlichem Gruß von Haus zu Haus Dein freundschaftlich ergebener
Felix.
Lieber Freund!
Wenn ich das nächste Mal nach Wien zur Frühlingsfeier zu Dir komme (5.-6. März)
so verbindet sich für mich ganz persönlichst damit eine kleine Erinnerungsfeier -
u. eine Art Herbstfeier, insoferne nämlich, als ich am 5. März 1893 zum ersten Male
als Solist in einem Gesellschafts-Concerte in Wien (und damit überhaupt zum ersten Male
in einer Oratoriumaufführung) aufgetreten bin.
Aus diesem Grunde möchte ich mich bei dieser Gelegenheit gerne gesanglich etwas ausgiebiger
ausleben, als es im Rahmen der Frühlingsfeier möglich ist und deshalb habe ich für den
4. März einen Liederabend mit meiner Frau angesetzt, dessen Programm ich Dir beilege.
Natürlich wäre es mir aber sehr angenehm bei diesem auch den Singverein, der ja
doch das beste Publikum ist, das man in Wien haben kann möglichst vollzählig
als Auditorium zu haben u. zw. wenn irgend möglich unter Führung seines erlauchten
Dirigenten. Deshalb bitte ich Dich - wenn dem nicht ganz unüberwindliche Hindernisse
im Wege stehen, Deine Proben für den Singverein so anzusetzen, dass der 4. März
ein freier Abend ist, was ja bei den außergewöhnlich großen Anforderungen, die das
Werk an die Chorstimmen stellt, für die stimmliche Verfassung des Chors am 5. u. 6.
vielleicht ohnedieß ganz praktisch sein dürfte.
Ich würde diese Bitte an Dich nicht so ungescheut gerichtet haben, wenn außer dem
Herzensbedürfnis nach einer sympathatischen Zuhörerschaft noch andere Momente,
wie z. B. besonders das finanzielle mir einen möglichst zahlreichen Besuch erwünscht
erscheinen ließen - was aber durchaus nicht der Fall ist.
Vielleicht gibst Du mir kurz auf einer Karte Bescheid, damit ich auch weiss,
dass Du diesen Brief erhalten hast. Sonst hoffentlich bei Euch Alles so gut wie bei uns!
Mit herzlichem Gruß von Haus zu Haus Dein freundschaftlich ergebener
Felix.