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ersten Versuchen auf Kosten der Form- und übrigen Stiltreue; gewöhnlich stelle ich
die ersten Aufgaben, nach 3-4 stündiger produktiver Beobachtungsanleitung, derart, dass
ich nur Satzanfänge (bis zum typischen Doppelstrich als erstem Teilabschluss) entwerfen
lasse und sehe dann schon meist, wo beim einzelnen Schüler Schwierigkeiten sind;
ich setze zugleich, stetig zu komplizierteren Erscheinungen vorgehend, die Beobachtung
fort, erst zuletzt, nach Bewältigung des energetischen Liniengrundzuges und seiner
möglichsten Kraftsteigerung durch vielerlei Schülerversuche, leite ich allmählich zur
scheinpolyphonen Technik der einstimmigen Linie. Bei dem Ziele, hiebei die
Fähigkeit zur Komposition solcher einstimmiger Werke (möglichst Bach'schen Stiles) zu
wecken, gehe ich im Einzelnen freilich vielfältig vor, sozusagen jedesmal anders. Bei
2 Wochenstunden pflegen schon nach 2-3 Monaten recht beachtenswerte Suiten als
Stilkopien, oft respektable kleine Kunstwerke vorzuliegen. Ich wollte einmal Gelegenheit
haben, eine Auswahl aus derartigen Schülerarbeiten, ebenso wie von späteren Lehrstadien,
zu veröffentlichen!
Wenn ich dann zur Besprechung (Beobachtung!) Bach'scher Zweistimmigkeit übergehe, so
lasse ich als Schülerarbeiten immer noch weitere einstimmige Werke, freilich mit der
Forderung stetigen Verfeinerns, arbeiten. Von ernsthaften Schülern verlange ich mindestens
drei geschlossene, auf gewisser Höhe künstlerischen Willens stehende Sonaten oder
Suiten, die ersten Vorversuche einzelner Sätze nicht eingerechnet. Sozusagen jeder
Schüler bestätigt mir aber von Neuem, dass damit tatsächlich der Kern der Kontra-
ersten Versuchen auf Kosten der Form- und übrigen Stiltreue; gewöhnlich stelle ich
die ersten Aufgaben, nach 3-4 stündiger produktiver Beobachtungsanleitung, derart, dass
ich nur Satzanfänge (bis zum typischen Doppelstrich als erstem Teilabschluss) entwerfen
lasse und sehe dann schon meist, wo beim einzelnen Schüler Schwierigkeiten sind;
ich setze zugleich, stetig zu komplizierteren Erscheinungen vorgehend, die Beobachtung
fort, erst zuletzt, nach Bewältigung des energetischen Liniengrundzuges und seiner
möglichsten Kraftsteigerung durch vielerlei Schülerversuche, leite ich allmählich zur
scheinpolyphonen Technik der einstimmigen Linie. Bei dem Ziele, hiebei die
Fähigkeit zur Komposition solcher einstimmiger Werke (möglichst Bach'schen Stiles) zu
wecken, gehe ich im Einzelnen freilich vielfältig vor, sozusagen jedesmal anders. Bei
2 Wochenstunden pflegen schon nach 2-3 Monaten recht beachtenswerte Suiten als
Stilkopien, oft respektable kleine Kunstwerke vorzuliegen. Ich wollte einmal Gelegenheit
haben, eine Auswahl aus derartigen Schülerarbeiten, ebenso wie von späteren Lehrstadien,
zu veröffentlichen!
Wenn ich dann zur Besprechung (Beobachtung!) Bach'scher Zweistimmigkeit übergehe, so
lasse ich als Schülerarbeiten immer noch weitere einstimmige Werke, freilich mit der
Forderung stetigen Verfeinerns, arbeiten. Von ernsthaften Schülern verlange ich mindestens
drei geschlossene, auf gewisser Höhe künstlerischen Willens stehende Sonaten oder
Suiten, die ersten Vorversuche einzelner Sätze nicht eingerechnet. Sozusagen jeder
Schüler bestätigt mir aber von Neuem, dass damit tatsächlich der Kern der Kontra-