Lanzinger, Hubert: Brief an Hans Ankwicz-Kleehoven. Bozen, 20.3.1928
2.) Die Jahre 1914-18 verbrachte ich teils in
Tirol, teils im Militärdienst. Im Jahre 1918 wurde
ich als Kriegsmaler vom K.K. Pressequartier nach Galizien
u. Montenegro befohlen. Nach dem Zusammenbruche
bis 1922 in Innsbruck u. dem italienisch gewordenen
Südtirol.
3.) Zu diesem Punkt stellte ich mir schon selbst manchmal
die schüchterne Frage: Woran liegt es, dass du nicht in
einer Staatsgalerie vertreten bist? Es haben doch 2 grosse
Landsleute, Gustav Klimt u. Egger Lienz, so schön und
spontan über Dich geurteilt. Der Erstere wollte mich im
Hinblick auf mein Können vom Kriegsdienst befreit wissen,
u. Egger-Lienz sagte in Wien, ich wäre „der feinste
Kolorist, den wir (in Oesterreich) haben.” Die beiden
Genannten waren eben nicht Galeriedirektoren!
Und nun, sehr geehrter Herr Dr Ankwicz,
hoffe ich den Wissensdurst eines „auf der Höhe
der Zeit” stehenden Lexikons vollauf befriedigt
zu haben u. empfehle mich Ihnen bestens.
Hochachtungsvollst
Hubert Lanzinger.