Kapralik, Eduard: Brief an Arthur Roessler. o.O., 3.3.1914
Da Sie es nun wünschen, schicke ich Ihnen die Besprechung
der C. R.=Konkurrenz. Ich füge den Picasso=Bericht bei und
noch einige andere, die ich ausgeschnitten habe, um Ihnen
zu zeigen, dass ich - siehe Oppenheimer - in manchem der von
Ihnen gerügten Spiesseranschauungen näher bin als Sie viel=
leicht glauben. Dies wäre nämlich von Belang, wenn die von
Groak angeblich noch geplante Kunstzeitschrift zustande
käme und Sie als eventueller Leiter mit meiner Mitarbei=
terschaft rechnen sollten. Auf meine Anfrage wurde mir
unlängst gesagt, dass der Setzerstreik bis auf weiteres das
Erscheinen der Zeitschrift verschoben habe. In den C. R.=
Bericht ist einiges hineingekritzelt, das mir beim Lesen auffiel,
ich muss ihn aber so schicken, denn ich habe kein anderes
Exemplar zur Hand.
Was ist mit der Heimsuchung des „Wurms im Apfel”?
Das Bild ist nicht gerade erfreulich - ich würde es vorziehen,
mich in einem gesunden Apfel als Kern fühlen zu
können. Bitte verständigen Sie mich vorher, wenn Sie Lust
und Zeit haben sollten.
Dr. Düsel sandte mir im Februar den Korrekturabzug
der Geschichten. Habe nichts Neues geschrieben und der gan=
ze Trödel kommt mir jetzt vor wie das bewusste ein=
gefrorene Posthornlied.
Eine undankbare Seele, dieser -ik, nicht wahr?
Ihrer Frau Gemalin empfehle ich mich bestens, herz=
lichste Grüße an Sie!
Ihr
-ik.