Liegler, Leopold: Brief an Kurt Wolff. o.O., 17.7.1916
17. Juli 1916
Sehr geehrter Herr Wolff!
Heute erhielt ich vom Verlage einen Brief, wonach er bittet, wegen der
Schwierigkeiten eines neuerlichen Korrekturabzuges von der Vorlage eines
solchen abzusehen. Die Druckerei komme für die Richtigstellung der,
wie ich selbst zugebe, tatsächlich nur wenigen und ganz einfachen Korrek-
turen auf. „Wir setzen daher”, schließt das Schreiben, „Ihr Einverständnis
voraus, daß wir mit der Drucklegung beginnen dürfen.”
Daraufhin telegraphierte ich an den Verlag, daß mit dem Druck nicht
begonnen werden kann, weil Sie noch Dispositionen zu treffen haben.
Bei Herrn Kraus fragte ich an, ob man die restlichen geringfügigen Korrek-
turen der Druckerei überlassen könne, da er ihre Gewissenhaftigkeit
und Verläßlichkeit in solchen Dingen besser kennt als ich. Wenn er
also in Anbetracht der unverhältnismäßigen Schwierig-
keiten wie Druckerei und Verlag meinen auf die Übersendung einer neuen Korrektur verzichtet, so
steht dann von meiner Seite nichts mehr dem Druckbeginn ent-
gegen. Aber auch für den Fall als eine letzte Revision von
Herrn Kraus gewünscht werden sollte, kann sie im Lauf eines halben Tages
vorgenommen werden, da es sich bloß um Kleinigkeiten handelt.
Damit glaube ich Ihrem Ersuchen, Sie vor dem Imprimatur zu ver-
ständigen, nachzukommen zu können, ein solches
ist von mir bisher nur für einzelne Bogen nicht für das ganze Buch erteilt worden.
Es verbleibt in Ergebenheit
Leopold Liegler