Liebenwein, Maximilian: Brief an Richard von Schaukal. Wien, 24.3.1915
nicht meine Stimmung. Ich hoffe in 2 Tagen wieder so weit zu sein,
daß ich arbeiten kann; dann werde ich gleich an das Kindergedenkblatt
gehen. Dein Stabreim gefällt mir gut. Er ist kurz und bündig
und wird sich ganz gut in die Mitte des Bildes fügen. Zuwider
ist nur, dass dann die verschiedenen Übersetzungen in lateinischen Lettern
eingesetzt werden sollen. -
Von einer Verwendung unsres Bilderbuches zu Ansichtskarten möchte
ich aus verschiedenen Gründen absehen. 1.) scheinen mir die wenigsten der
Bilder auch nur die geringste Beziehung zu Krieg u. Kriegshilfe zu
haben. 2.) Bin ich Mitglied des „Komitees bild. Künstler im Dienste der
Kriegshilfe“, und wir sorgen für Herausgabe künstlerischer Postkarten. 9 sind
erschienen, 6 sind in Druck. Werden nun andere gute Karten auch heraus-
gegeben, so vermindere ich die Möglichkeit eines guten Geschäftes für
unsere Karten. Die „Kriegshilfe“ thut in dieser Hinsicht ohnehin alles mögliche,
indem sie dem hohen Publico „breite Bettelsuppen“ des allbeliebten land-