6. VI.
Sehr geehrter Herr Kraus! Vielen Dank für die Karten. Die An-
gelegenheit ist am 31. nicht zu erledigen gewesen, da niemand
Näheres über Zensurvorschriften wußte; heute ist alles
schon eingeleitet und in ein paar Tagen dürfte die Sache über-
reicht werden. - Die Hefte zwischen 1909 und 1911 werde ich durch-
sehen und dann darüber berichten; bezüglich „Apokalypse”
haben Sie unbedingt recht, der Verlag hat das Heft schon an Sie
abgeschickt. - Von „Untergang” sind nicht gesetzt: „Das ist
der Krieg”, Herbstzeitlose, Weiße Frau und schwarzer Mann,
Kinder der Zeit, Untergang der Welt, Ein Tag aus der Zeit, die die
große geworden war. Korrekturen sind vorderhand nicht ab-
zusehen, ist ja gar keine Aussicht, Papier zu bekommen,
übrigens werde ich Herrn Jahoda von Ihrer Anfrage in
Kenntnis setzen. „Nachts” ist seit Ende Mai fertig ge-
setzt, wenn Sie die Korrekuren haben wollen, so bitte ich
nur darum zu schreiben. Ich habe alles mit den Heften
verglichen, die Anzahl stimmt mir jetzt, einige Aphoris-
men des letzten Heftes sind zu übernehmen vergessen
worden. - Die Korrekturen zurückzuschicken wird wohl
praktischer sein; ich aber brauche sie nicht, Sie können
sichs also ganz so einrichten, wie es am bequemsten
ist. - Bezüglich der Brüder Janowitz werde ich sprechen.
Baron S[c]udier hat sich nicht gerührt. - Ich selbst bin
auf Urlaub - in Wien d. h. tagsüber auf Ausflügen in
der Umgebung. Es geht mir leidlich und das ist
ja doch unter den gegenwärtigen Verhältnissen
genug, ich bin nicht unzufrieden. - -
Sollte etwas Wichtiges vorfallen, so schreibe ich
Ihnen sofort, bisher ging alles glatt. Mit vielen
herzlichen Grüßen verbleibt in treuer Ergebenheit
Liegler
Sehr geehrter Herr Kraus! Vielen Dank für die Karten. Die An-
gelegenheit ist am 31. nicht zu erledigen gewesen, da niemand
Näheres über Zensurvorschriften wußte; heute ist alles
schon eingeleitet und in ein paar Tagen dürfte die Sache über-
reicht werden. - Die Hefte zwischen 1909 und 1911 werde ich durch-
sehen und dann darüber berichten; bezüglich „Apokalypse”
haben Sie unbedingt recht, der Verlag hat das Heft schon an Sie
abgeschickt. - Von „Untergang” sind nicht gesetzt: „Das ist
der Krieg”, Herbstzeitlose, Weiße Frau und schwarzer Mann,
Kinder der Zeit, Untergang der Welt, Ein Tag aus der Zeit, die die
große geworden war. Korrekturen sind vorderhand nicht ab-
zusehen, ist ja gar keine Aussicht, Papier zu bekommen,
übrigens werde ich Herrn Jahoda von Ihrer Anfrage in
Kenntnis setzen. „Nachts” ist seit Ende Mai fertig ge-
setzt, wenn Sie die Korrekuren haben wollen, so bitte ich
nur darum zu schreiben. Ich habe alles mit den Heften
verglichen, die Anzahl stimmt mir jetzt, einige Aphoris-
men des letzten Heftes sind zu übernehmen vergessen
worden. - Die Korrekturen zurückzuschicken wird wohl
praktischer sein; ich aber brauche sie nicht, Sie können
sichs also ganz so einrichten, wie es am bequemsten
ist. - Bezüglich der Brüder Janowitz werde ich sprechen.
Baron S[c]udier hat sich nicht gerührt. - Ich selbst bin
auf Urlaub - in Wien d. h. tagsüber auf Ausflügen in
der Umgebung. Es geht mir leidlich und das ist
ja doch unter den gegenwärtigen Verhältnissen
genug, ich bin nicht unzufrieden. - -
Sollte etwas Wichtiges vorfallen, so schreibe ich
Ihnen sofort, bisher ging alles glatt. Mit vielen
herzlichen Grüßen verbleibt in treuer Ergebenheit
Liegler