Linke, Karl: Brief an Andreas Thom. Wien, 15.12.1933
und das Wesentliche vergesse.
Auch wart Ihr so still, daß es mir
vorkam, als wäre mein Erzählen
gar nicht am Platze. Wahrscheinlich
lassen sich solche Sachen immer nur
mit dem einfachen und alten „Ich
liebe dich” sagen, das man aber schließ=
lich gar nicht zu sagen braucht.
Ich habe vor fünf Jahren nicht gewußt,
daß aus einem netten Verhältnis
eine große Liebe wachsen wird.
Nun ist sie da, und mir ist der
Mund verschlossen.
Ich bitte Euch also, nehmt
meine Erzählung als einen
abgerissenen, unvollständigen
und einseitigen, also eigentlich