Löwe, Ferdinand: Brief an Gustav Huber. Solln bei München, 17.9.1924
Solln II (bei München)
Landhaus Ehlers
den 17. September 1924
Hochverehrter Herr Ministerialrat!
Ihre rührenden Freundeszeilen, (ich darf sie
wohl so nennen) die mir von Gastein hieher nach=
gesandt wurden, haben mich tief ergriffen und -
aufgerichtet. Und dessen bedarf ich jetzt mehr als je,
da ich allzuoft kleinmüthigen Anwandlungen unter=
liege, seit ich weiß, daß ich meiner Kunst und
unserm lieben Konzertverein nur noch in vereinzelten
Fällen dienen können werde. Solches zu überwinden, ist
schwer, wenn nicht gar unmöglich! Jedoch seine zwar
bescheidene, doch immerhin der Kunst u. ihren Meistern treu
dienende Wirksamkeit so innig gewürdigt zu wissen, ist
wohl trostreich. Ähnlich trostreich war mir ein
unendlich lieber Brief des hochverehrten Ehepaares
Hämmerle, der gleichzeitig mit dem Ihrigen in
meine Hände gelangte. Wie glücklich mich
beide Briefe machen, kann ich kaum in Worten an=