Wien, den 5. October 15.
Hochverehrte Gnädige Frau!
Einige Meisterwerke Ihres unsterblichen Herrn Gemals
sind bekanntlich durch Textbücher von vergänglichem Werte in ihrer
Wirksamkeit auf die Gegenwart behindert. Aus diesem Grunde sind be=
reits Versuche gemacht worden, durch Unterlegung neuer Texte die
ewig junge Musik des grossen Johann Strauss zu neuem Leben zu erwek=
ken. Doch gibt es unter seinen Partituren immer noch welche, die
der Auferstehung harren. Ich stelle daher an Sie, verehrte Gnädige
Frau, die ergebene Anfrage, ob Sie nicht geneigt wären, mich mit
meinem Mitarbeiter, Herrn Leopold Krenn, mit einer solchen Aufgabe
zu betrauen. Sie haben die Güte gehabt, sich in schmeichelhafter
Weise über das von mir und Krenn verfasste Libretto zur „Tollen
Therese" zu äussern. Ich darf daher vielleicht annehmen, dass Sie
uns einiges Vertrauen entgegenbringen. Wir hätten besonders den
„Cagliostro" im Auge und würden Sie sehr bitten, uns zu sagen, ob
Sie im Princip damit einverstanden wären, uns die Musik zu dieser
Operette zu überlassen, damit wir ein Buch dazu verfassen. Wir
wären im Falle Ihrer Einwilligung gern bereit, Ihnen den Entwurf des
Librettos, das wir planen, zu übermitteln und auch Ihre Wünsche
hinsichtlich der Wahl des Musikers, der die musikalische Einrichtung
zu besorgen hätte, entgegenzunehmen. Da wir grade nicht nur die Musse,
sondern auch den Stoff zu einer solchen Arbeit hätten, wäre ich Ihnen
sehr dankbar, wenn Sie mir so bald als möglich Ihren Bescheid zugehen
liessen.
Mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung u. Ergebenheit
Dr. Julius v. Ludassy
Hochverehrte Gnädige Frau!
Einige Meisterwerke Ihres unsterblichen Herrn Gemals
sind bekanntlich durch Textbücher von vergänglichem Werte in ihrer
Wirksamkeit auf die Gegenwart behindert. Aus diesem Grunde sind be=
reits Versuche gemacht worden, durch Unterlegung neuer Texte die
ewig junge Musik des grossen Johann Strauss zu neuem Leben zu erwek=
ken. Doch gibt es unter seinen Partituren immer noch welche, die
der Auferstehung harren. Ich stelle daher an Sie, verehrte Gnädige
Frau, die ergebene Anfrage, ob Sie nicht geneigt wären, mich mit
meinem Mitarbeiter, Herrn Leopold Krenn, mit einer solchen Aufgabe
zu betrauen. Sie haben die Güte gehabt, sich in schmeichelhafter
Weise über das von mir und Krenn verfasste Libretto zur „Tollen
Therese" zu äussern. Ich darf daher vielleicht annehmen, dass Sie
uns einiges Vertrauen entgegenbringen. Wir hätten besonders den
„Cagliostro" im Auge und würden Sie sehr bitten, uns zu sagen, ob
Sie im Princip damit einverstanden wären, uns die Musik zu dieser
Operette zu überlassen, damit wir ein Buch dazu verfassen. Wir
wären im Falle Ihrer Einwilligung gern bereit, Ihnen den Entwurf des
Librettos, das wir planen, zu übermitteln und auch Ihre Wünsche
hinsichtlich der Wahl des Musikers, der die musikalische Einrichtung
zu besorgen hätte, entgegenzunehmen. Da wir grade nicht nur die Musse,
sondern auch den Stoff zu einer solchen Arbeit hätten, wäre ich Ihnen
sehr dankbar, wenn Sie mir so bald als möglich Ihren Bescheid zugehen
liessen.
Mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung u. Ergebenheit
Dr. Julius v. Ludassy