Lucka, Emil: Brief an Franz Servaes. Wien, 27.3.1918
Ich bin natürlich neugierig, wie es sein wird.
Die Frau Direktor Geyer-Neustädter spielt die „Mutter“,
Stahl-Nachbaur, der vom Herbst an bei Kayßler
in Berlin engagiert ist, den Helden. Eine Schwierigkeit
macht der Bub, der eine große Rolle hat. - Über
den Roman liegt noch keine Kritik vor, ich bin
eigentlich neugierig, was man dazu sagen wird.
Ich erwarte mit Sehnsucht das Ende
des Krieges, um mich dann einmal ordentlich
auszuruhen. Denn das will ich und habe ich sehr
nötig. Jetzt geht es ja allerdings wieder ganz un-
wahrscheinlich gut im Westen.
Hier ist das Neue zu melden, dass
Felix Braun vom 15. April an bei Georg Müller als Lektor
angestellt ist und also Wien verlässt. Vielleicht könnte
mit Deinem Mädchenroman da etwas gemacht werden?
Zweig ist, wie Dir wohl bekannt, in Zürich, wo der
Jeremias aufgeführt wurde, und man glaubt nicht, dass