Lucka, Emil: Brief an Franz Servaes. Wien, 26.7.1915
Nach der Angabe des Dr. W. liefert er nie ein Feuilleton
und kaum einmal eine kurze Notiz. Wenn Du das
aber nicht tun willst, so solltest Du direkt an Dr. Kenner
einen Brief schreiben und im Deine regelmäßige Mit-
arbeit anbieten. Dr. W. meint, dass Du für's Feuilleton
leicht 100 M. zumindest aber 100 K bekämst.
Die „Zeit“ hat doch wenigstens ein einigermaßen gebildetes
Publikum! (Nebenbei: Dr. W. hat dort gekündigt.)
Ich würde sehr wünschen, dass Du von äußeren
Sorgen soweit entfernt seiest, um ruhig Deinen Dir
am Herzen liegenden Dingen gewidmet zu sein! Manchmal
scheint mirs nicht schlecht, ein kleiner Beamter zu sein
wie ich, und wenigstens keine Geldsorgen ärgster Art zu haben.
Was Du über die Krankheit Deiner Frau
sagst, hat mich sehr betrübt. Nun es geht ja jetzt gut?
Bitte lasse davon hören!