Lucka, Emil: Brief an Franz Servaes. Wien, 23.10.1924
erkannte sozusagen in mir einen alten Freund.
Das ist ein allerliebstes Wesen, an dem Ihr
alle viel Freude haben werdet. Nun, da ich ihre
persönliche Bekanntschaft gemacht habe, gratuliere
ich Dir erst recht zu der wohlgelungenen Enkelin.
Dagny begabte mich dann mit einer
(etwas teuren) Freikarte ins Theater, ich sah Mells
Apostelspiel, und dann saßen wir noch selbviert
und sehr vergnügt, Dagny sogar einmal
tanzend, in den Sträußelsälen. Ich kam
spät nachhause.
Ich redete auch mit Dagny über Dich
und Deine Pläne und habe den Eindruck,
dass sie ihnen mit Verständnis und einigem
Wohlwollen gegenübersteht. Jedenfalls wird sie
Dir nicht zuwider sein. Was mich betrifft,
so weißt Du ja, wie sehr ich mich mit Dir
freue, ich bin überzeugt, dass Du da einen
guten Weg gehst und Dir und Deiner Braut
ein Glück schaffen wirst. Du wirst mich
gewiss noch in Kenntnis setzen, wann Du
heiratest?
Von mir ist wenig zu berichten. Nach
der großen Abgeschiedenheit im Sommer bin ich