[andere Hand:] 118
Wien, VIII., Florianigasse 13
Telefon B 44-9-58.
1. Nov.
[andere Hand:] Ö. 1930
Mein lieber Freund!
Ich habe eine Ewigkeit nichts von
Dir gehört - wie geht es Dir mit der Gesundheit?
Wie geht es der verehrten und hoffentlich dauernd
vergnügten Gattin? Hat ihr die Kur wohlgetan?
Führt sie ein lustiges Leben? Und sind etliche
der Schwesterchen um sie?
Nach diesen Fragen einige Mitteilungen
über mich, die freilich nicht zu gewichtig sind. Kaum
zurückgekehrt, wurde mir ein Theaterreferat für
Burg und Akademietheater (die feinste Serie) von
den Wiener Neuesten Nachrichten angeboten,
das ist jene Zeitung, in der mein Roman
abgedruckt war, das Organ der großdeutschen
Partei, die im jetzigen Wahlkampf heftig für
Schober eintritt. Lesen tut sie ja wohl kaum
jemand, aber das macht mir nichts. Ich habe für
„Die Jungfern vom Bischofsberg“ eine starke Lanze
gebrochen, die Kritik hat sich natürlich im all=
gemeinen unfreundlich über das Stück ausge=
sprochen, dem Publikum hat es aber gefallen.
Wien, VIII., Florianigasse 13
Telefon B 44-9-58.
1. Nov.
[andere Hand:] Ö. 1930
Mein lieber Freund!
Ich habe eine Ewigkeit nichts von
Dir gehört - wie geht es Dir mit der Gesundheit?
Wie geht es der verehrten und hoffentlich dauernd
vergnügten Gattin? Hat ihr die Kur wohlgetan?
Führt sie ein lustiges Leben? Und sind etliche
der Schwesterchen um sie?
Nach diesen Fragen einige Mitteilungen
über mich, die freilich nicht zu gewichtig sind. Kaum
zurückgekehrt, wurde mir ein Theaterreferat für
Burg und Akademietheater (die feinste Serie) von
den Wiener Neuesten Nachrichten angeboten,
das ist jene Zeitung, in der mein Roman
abgedruckt war, das Organ der großdeutschen
Partei, die im jetzigen Wahlkampf heftig für
Schober eintritt. Lesen tut sie ja wohl kaum
jemand, aber das macht mir nichts. Ich habe für
„Die Jungfern vom Bischofsberg“ eine starke Lanze
gebrochen, die Kritik hat sich natürlich im all=
gemeinen unfreundlich über das Stück ausge=
sprochen, dem Publikum hat es aber gefallen.